2010

Fussball-WM 2010 in Südafrika

2010 fand die WM-Endrunde erstmals am afrikanischen Kontinent statt. Stets lautstark begleitet von Tausenden Vuvuzelas traten die 32 Teilnehmer in insgesamt 10 Stadien in Südafrika gegeneinander an.

Blamagen für Frankreich und Italien

Trotz eines 2:1-Sieges über Ex-Weltmeister Frankreich schied mit den Südafrikanern erstmals in der WM-Geschichte der Veranstalter bereits in der Vorrunde aus. Die bessere Tordifferenz gab den Ausschlag für Mexiko. Die sieglosen Franzosen mussten ebenfalls die Heimreise antreten, während Uruguay ohne Gegentreffer als Gruppensieger das Achtelfinale erreichte.

Blamabel verlief die WM-Endrunde auch für Titelverteidiger Italien der ohne Sieg als Gruppen-Letzter in der Vorrunde scheiterte. Damit landeten die erfolgsverwöhnten Azzurri sogar hinter Neuseeland, das jedoch ungeschlagen (mit 3 Unentschieden) ebenfalls das Achtelfinale verpasste.

Die Mitfavoriten Argentinien und Niederlande erreichten ohne Punkteverlust die K.o.-Phase während sowohl Deutschland ( nach einem 0:1 gegen Serbien) als auch Europameister Spanien (nach einer 0:1-Niederlage gegen die Schweiz) bis zum letzten Spiel um den Aufstieg kämpfen mussten.

Deutschland besiegt England und Argentinien

In der Runde der letzten 16 gab es kaum Überraschungen, wenn man vom unerwartet klaren 4:1-Sieg der DFB-Auswahl über England übersieht. Für viel Aufregung in diesem Spiel sorgte dennoch ein nicht gegebener Treffer der Briten, bei dem das Schiedsrichterteam den weit hinter der Linie aufgesprungenen Ball nach einem Lattentreffer nicht gesehen hatte.
Der fünffache Weltmeister Brasilien setzte sich nach souverän überstandener Vorrunde auch gegen Chile klar mit 3:0 durch, während die favorisierten Spanier sich gegen Portugal zu einem 1:0 mühten. Diesem Minimalismus blieb das Team von Trainer Vicente del Bosque auch beim 1:0-Erfolg im Viertelfinale über Paraguay treu. Dagegen unterlag Brasilien den starken Holländern trotz 1:0-Pausenführung mit 1:2.

Ganz anders das deutsche Team, das sich gegen Argentinien mit Superstar Lionel Messi sensationell mit 4:0 durchsetzte und damit seine Titelambitionen unterstrich. Somit kam es im Halbfinale zur EM-Revanche gegen Spanien, aber erneut hatten die Iberer durch ein Kopfballtor von Innenverteidiger Puyol mit 1:0 das bessere Ende für sich. Im zweiten Semifinale sicherte sich die Niederlande mit einem 3:2-Erfolg über Uruguay das Finalticket.

Spanien erstmals Weltmeister

Die DFB-Auswahl unter Trainer Joachim Löw sicherte sich mit einem 3:2-Sieg nach 1:2-Rückstand über Uruguay noch den dritten Platz. Mit seinem fünften Treffer im Turnier krönte sich darüber hinaus Thomas Müller – aufgrund der höheren Anzahl von Torvorlagen vor den ebenfalls fünf Mal erfolgreichen Spielern Villa, Snejder und Forlan – zum Schützenkönig.
Mit Spanien und den Niederlanden standen zwei Teams im Finale, die noch nie den WM-Titel holten, wobei es für die Oranje nach 1974 und 1978 bereits die dritte Finalteilnahme war. Um endlich zum ersten Mal Weltmeister zu werden, änderten die Holländer im Finale in Johannesburg ihr System und versuchten mit extremer Härte den Spielfluss der Spanier zu stören. Nach torlosen 90 Minuten in einem an Höhepunkten armen Spiel blieb es auch in der Verlängerung lange beim 0:0. Als viele bereits mit einem Elfmeterschießen rechneten, gelang jedoch Andres Iniesta in der 116. Minute der entscheidende Treffer.

Mit den Spaniern gewann erstmals eine europäische Nation außerhalb Europas den WM-Titel – und zum ersten Mal wurde eine Mannschaft Weltmeister, die ihr erstes Endrundenspiel verloren hatte.