1966 – 1974

Fußball WM 1966 in England

Die achte Fußball-Weltmeisterschaft fand in England statt, zur Feier des 100jährigen Bestehens des englischen Fußballverbandes FA und erreichte mit über 70 Meldungen einen neuen Teilnehmerrekord. Die Überraschungen im Vorfeld der WM 1966 waren: Portugal verdrängte die CSSR, Vize- Weltmeister von 1962, noch während der Ausscheidungsspiele; Nordkorea nahm als erster asiatischer Staat an den Spielen teil und schaffte es sogar bis ins Viertelfinale. Im Halbfinale trafen England und Portugal 2:1 aufeinander, Deutschland schlug die UdSSR ebenfalls 2:1, mit dem gleichen Ergebnis konnte Portugal gegen die UdSSR den dritten Platz verteidigen.

Das fünfte Tor des WM Finale von 1966 England gegen Deutschland in der 101. Minute beim Spielstand 2:2 ist bis heute eines der umstrittensten: der Engländer Hurst schoss an die Unterseite der Querlatte, von dieser prallte der Ball auf den Boden zurück – aber nur der russische Linienrichter wollte den Ball hinter der Linie gesehen haben. Und als das letzte Tor für die Engländer fiel, waren bereits Zuschauer auf dem Spielfeld. Dennoch: England gewann das Finale 4:2 und wurde Weltmeister 1966.

Fußball WM 1970 in Mexiko

Die neunte Fußballweltmeisterschaft fand in Mexiko statt. Erstmals durften die teilnehmenden Mannschaften bei Bedarf zwei Spieler austauschen, erstmals nahm auch ein schwarzafrikanischer Staat, Marokko, an einer WM teil. El Salvador, Israel und Rumänien feierten ebenfalls ihre WM-Endrundenpremieren. Im Viertelfinale revanchierte sich die deutsche Elf gegen England für das fragwürdige Finalspiel von 1966 nach einem Rückstand von 0:2 mit einem 3:2 nach Verlängerung, kurz darauf mussten sich die Deutschen im Semifinale gegen Italien 3:4 nach Verlängerung geschlagen geben, aber das Spiel war so spannend wie das gegen England zuvor, und letztlich holte sich Deutschland gegen Uruguay mit 1:0 noch den dritten Platz. Dominiert wurde die WM jedoch von dem doppelten Weltmeister Brasilien, der jedes Spiel überzeugend für sich entscheiden konnte und in dessen Mannschaft der 1962 und 1966 wegen Verletzungen ausgeschiedene Fußballkönig Pele noch einmal der Welt sein einzigartiges Können demonstrierte. Das Finale gegen Italien gewann Brasilien 4:1 und mit dem dritten Weltmeistertitel ging der „Coupe Jules Rimet“ endgültig in den Besitz der Brasilianer über.

Fußball WM 1974 in Deutschland

Die mittlerweile zehnte WM, nach bereits mehrmaligen, erfolglosen Bemühungen seitens der Deutschen wurde endlich doch in Deutschland ausgetragen.

Der Verlauf des WM 1974 Turniers wurde erstmals seit 1954 wieder verändert: und zwar wurde die erste Runde zu einer ersten Finalrunde (mit immer noch vier Gruppen zu vier Ländern) umbenannt, statt eines Viertel- und Semifinales gab es eine zweite Finalrunde, die dann mit zwei Gruppen im Meisterschaftsmodus gespielt wurde. Australien, Haiti und Zaire waren zum ersten Mal mit dabei. Um den dritten Platz spielte Polen, dass gegen den Fußball-Weltmeister von 1970 Brasilien mit 1:0 gewann. Im Finale setzte sich Deutschland gegen die Niederlande 2:1 durch und wurde nach der WM 1954 zum zweiten Mal Fußballweltmeister. Nach der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 erklärte Gerd Müller (gemeinsam mit Paul Breitner) seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Breitner wurde von Jupp Derwall 1981 in die Nationalmannschaft zurückgeholt und bei der Fußball WM 1982 in Spanien Vizeweltmeister.