1930 – 1950

Fußball WM 1930 in Uruguay

Die erste Fußball-Weltmeisterschaft, die – damals für viele Europäer überraschend – in Uruguay ausgetragen wurde, war vor allem durch zwei Faktoren gekennzeichnet: die über Jahre dauernden und nicht enden wollenden Schwierigkeiten sie überhaupt zustande zu bringen und die überwiegende Absenz der großen europäischen Fußballnationen. Das hatte mehrere Gründe, vor allem aber folgende: England, das Mutterland des Fußballs, in dem dieser Sport damals schon seit Jahrzehnten von Profis ausgeübt wurde, verzichtete anfangs jahrelang sogar auf eine Stellungnahme bezüglich der Pläne einer WM. In den 20er Jahren war es der Widerstand des DFB, der an keinem auch Profis offenstehendem Turnier teilnehmen wollte. Und als es dann 1930 endlich soweit war, wollte kein europäisches Land die Veranstalterrolle übernehmen. Uruguay war zwar bereits eine mehr als namhafte Fußballnation (olympisches Gold 1924 und 1928) und damit ein durchaus würdiger, sogar enthusiastischer Veranstalter, der außerdem über das größte Fußballstadion der Welt verfügte, doch für die meisten Europäer war dieses kleine Land zu unbekannt, die Reise dorthin per Schiff zu langwierig und zu teuer. Aus Europa waren nur Belgien, Frankreich, Jugoslawien und Rumänien unter den 13 teilnehmenden Nationen; das Finale war, wie von vielen erwartet und erhofft, ein rein südamerikanisches: Uruguay gegen Argentinien 4:2!

Fußball WM 1934 in Italien

1934 fand die zweite Fußball-Weltmeisterschaft in Italien statt, dass zu diesem Anlass – im Vergleich zu 1930 war diesmal Zeit genug dafür – alte Stadien vergrößerte und neue erbaute. Erstmals nahmen die Nationen CSR, Deutschland, Italien, Niederlande, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien und Ungarn teil. Dafür blieb der Titelverteidiger Uruguay dem Wettkampf fern. Insgesamt meldeten aber bereits über 30 Nationen Interesse für eine Teilnahme an. Es mussten sich somit zunächst einmal 16 Länder qualifizieren, da die Meisterschaft in Italien bereits mit einem Achtelfinale startete. Österreich war neben der CSR, Ungarn und natürlich den südamerikanischen Teilnehmern einer der absoluten Favoriten, 1932 noch hätte man neben dem alten Weltmeister wohl nur die Österreicher (damals als das „Wunderteam“ in ganz Europa bekannt) als Favoriten gehandelt – so brillant spielten sie Gegner wie Deutschland (u.a. 6:0 und 5:0) oder Italien (4:2) in Grund und Boden. 1934 jedoch verliert Österreich im Semifinale gegen Italien nach einem umstrittenen Tor der Italiener 0:1. Deutschland verliert gegen die CSR 1:3. Im Spiel um den dritten Platz schlagen sie Österreich jedoch mit 3:2. Das Finale lautete Italien gegen die CSR 2:1 nach Verlängerung!

Fußball WM 1938 in Frankreich

Sepp Herberger hatte als damaliger „Reichstrainer“ die unangenehme Aufgabe, aus zwei zwar sehr guten, aber spieltechnisch völlig unterschiedlichen Nationalmannschaften – der kraftvoll spielenden deutschen „Breslau-Elf“ und der technisch perfektionierten „Wiener Scheiberlspiel-Elf“ – eine neue, großdeutsche Einheitsmannschaft zu bilden. Das wohl kaum überraschende Ergebnis war, dass Großdeutschland bereits im allerersten Spiel der ersten Runde, des Achtelfinales, in Paris gegen die Schweiz nur ein 1:1 herausholen konnte und nach einer 2:4 Niederlage im Wiederholungsspiel frühzeitig die Segeln streichen musste. Aus Südamerika kamen nur Brasilien und Kuba nach Frankreich, die anderen südamerikanischen Fußballnationen zogen ihre Meldungen zurück, nachdem bekannt wurde, dass im Gegensatz zu dem von den Südamerikanern vorgeschlagenem Wechsel- Rhythmus die WM wiederum in Europa stattfinden würde. Die Gegner des Halbfinales waren Italien gegen Brasilien 2:1 und Ungarn gegen Schweden 5:1. Im Finale besiegte Italien Ungarn mit 4:2 und wurde damit zum zweiten Mal Weltmeister.

Fußball WM 1950 in Brasilien

Nach zwölf Jahren kriegsbedingter Pause wurde die vierte Fußball-WM wieder auf südamerikanischem Boden ausgetragen, in Brasilien das in Vorbereitung für die WM das bis heute größte Stadion der Welt – das Maracana – für 200.000 Leute erbaute. Deutschland und Ungarn durften wegen internationaler Ächtung (noch) nicht wieder an den Spielen teilnehmen. Dafür aber hatten die Engländer endlich ihre Isolationspolitik in Bezug auf den Fußballsport aufgegeben und waren zum ersten Mal bei einer WM dabei. Außerdem wurde erstmals das alte K.o.- System durch den Meisterschaftsmodus ersetzt, die Vorrunde wurde in vier Gruppen zu je vier Ländern ausgespielt. Die wohl größte Sensation dieser WM war das Scheitern des Favoriten Englands noch in der Vorrunde sowohl gegen die USA als auch gegen Spanien jeweils mit 0:1. Aber auch der neue Weltmeister war eine Überraschung: nach einem nervenaufreibenden Finalspiel gegen die viel stärkere brasilianische Mannschaft, der auch ein Unentschieden für den Titel gereicht hätte, wurde Uruguay, der Weltmeister von 1930, mit einem 2:1 – ebenso wie Italien vier Jahre zuvor – zum zweiten Mal Weltmeister. Den dritten Platz belegten die Schweden, den vierten Spanien. Die Fußball WM Geschichte wird sich wiederholen, denn die Fußball WM 2014 findet wieder in Brasilien statt.

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