Spanien ist nicht mehr Top Favorit bei der WM 2014

Nachdem der Confed Cup 2013 mittlerweile Geschichte ist, läuft bereits der Countdown auf die langersehnte 20. Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. In weniger als einem Jahr wird das größte Land Südamerikas nach 1950 zum zweiten Mal, das weltweit wichtigste Fußballereignis veranstalten. Vom Eröffnungsspiel der brasilianischen Heimmannschaft am 12. Juni, bis zum Finale am 13. Juli werden sich die Blicke sämtlicher Fußballfans rund um den Globus gebannt nach Brasilien richten.

Brasilien „kann“ WM!

Einen guten Monat lang werden Fans von sämtlichen Kontinenten aus in die Ausrichterstädte pilgern, um unter dem Samba-Motto „All in one rhythm“ ein riesiges Fußballfest zu feiern. Spätestens dann wird auch das WM-Maskottchen „Fuleco“ als gepanzertes brasilianisches Gürteltier, vor allem die Herzen der jungen Fußballfans im Nu erobern.

Dass die Einwohner am Zuckerhut nicht nur feiern und Fußball spielen können, haben sie – trotz vernichtender Kritik im Vorfeld – unlängst mit der fast reibungslosen Ausrichtung des Konföderationen-Pokals bewiesen. Aufgrund vieler innenpolitischer Probleme kam es dabei zwar zu vereinzelten Demonstrationen, doch haben diese die Geschehnisse rund um die Stadien nur marginal tangiert.

Brasilia Arena 2013

Zumindest ein Teil der WM Stadien ist schon bereit für das große Ereignis 2014. Die Abbildung zeigt die neue Brasilia Arena, welche die Generalprobe im Confed Cup 2013 mit Auszeichnung bestanden hat!

Wer bereits den Confed Cup am TV-Bildschirm verfolgt hat, dem wird aufgefallen sein, dass die Spiele immer zwischen 18- und 0 Uhr mitteleuropäischer Zeit angepfiffen worden sind. Dies wird auch bei der WM im nächsten Jahr der Fall sein. So kann festgehalten werden, dass das Turnier auch in heimischen Gefilden zu akzeptablen Zeiten mit verfolgt werden kann. Im Gegensatz zum Weltturnier 2002 in Japan und Südkorea, als die Begegnungen am Vormittag übertragen wurden, sind die Anstoßzeiten auf dem südamerikanischen Kontinent sogar schon fast komfortabel. Sie fallen in den wohlverdienten Feierabend der meisten Berufstätigen und auch Schulkinder haben die Möglichkeit zumindest die 18 Uhr-Spiele „Live“ mit zu verfolgen.

Spanien sitzt nicht mehr auf dem Sockel

In sportlicher Hinsicht sieht alles danach aus, dass der Kampf Weltmeisterschaft 2014 weitaus spannender wird als noch 2010 in Südafrika. War die Fußball-Weltmacht Spanien der Konkurrenz damals noch eine deutlich sichtbare Nasenlänge voraus, so kann sich der Favoritenkreis im nächsten Jahr aller Voraussicht nach wieder auf Augenhöhe begegnen. Jüngst hat das Confed Cup-Finale zwischen den iberischen Weltmeistern und Gastgeber Brasilien gezeigt, dass vor allem mit der Selecao wieder zu rechnen ist.

Nach einem Umbruch, der auch vor den mit Erfolgen gesättigten Alststars wie Ronaldinho, Kaka und & Co. nicht halt machte, verzauberten die neuen Sterne am brasilianischen Fußballhimmel Neymar, Oscar und Paulinho die Fußballwelt. Mit ihren nahezu exorbitanten Ballkünsten lehrten sie selbst der spanischen „Furja Roja“ im Endspiel von Rio das Fürchten. Das deutliche 3:0 über den amtierenden Welt- und Europameister schlug in der Fußballwelt jedenfalls ein wie eine Bombe.

Deutschland unter den Top Favoriten der Buchmacher

Ebenso zu den absoluten Topfavoriten zählt das deutsche Team von Trainer Jogi Löw. Mittlerweile auf Rang zwei der FIFA-Weltrangliste geklettert, werden die bei Turnieren allzeit gefürchteten „deutschen Panzer“ auch 2014 ihr letztes Hemd dafür geben, endlich den WM-Pokal in die Höhe stemmen zu dürfen. Der Champions League-Sieg des FC Bayern München hat zudem gezeigt, dass die deutschen Führungsspieler Lahm und Schweinsteiger jetzt die fußballerische Reife haben, um nach den Sternen zu greifen.

Wettquoten Weltmeister 2014

Wie auf der Abbildung oben (Ausschnitt stammt von hier) zu sehen ist, zählt die deutsche Mannschaft bei der WM 2014 zum Kreis der Top Favoriten. Brasilien ist die Nummer eins der Wettanbieter, dahinter rangieren fast auf gleichem Quoten-Niveau die Teams von Spanien, Argentinien und Deutschland.

Italien und andere Fußball-Großmächte

Jederzeit zu rechnen ist auch mit den Italienern. Die WM 2006 in Deutschland hat einmal mehr bewiesen, dass die „Squadra Azzurra“ sich mit zunehmendem Turnierverlauf steigern kann wie keine zweite Truppe. Diese mentale Stärke, gepaart mit der italienischen Spezialität einer bombensicheren Defensive macht das Team von Cesare Prandelli ein weiteres Mal zum heißen Titelkandidaten.

Neben den oben bereits erwähnten Mannschaften, zählen natürlich auch andere Fußball-Großmächte wie Argentinien, Holland, England, Frankreich und Portugal zum engsten Favoritenkreis. Nicht zuletzt sollten auch die Underdogs bei einer WM nie abgeschrieben werden. Südkorea hat 2002-, genauso wie die Kroaten 1998 vorgemacht, dass die oftmals unterschätzten „Kleinen“ in einem funktionierenden Kollektiv jeden Gegner schlagen können.

Asiatische Teams und Australien haben bereits Ticket zur WM

Für die Titelkämpfe rund um den Zuckerhut bereits qualifiziert sind die asiatischen Teams aus Japan und Südkorea sowie erstmals seit 2006, auch wieder der Iran. Außerdem haben auch die „Socceroos“ aus Australien ihr Ticket nach Brasilien bereits in der Tasche. Als Gastgeber hat zu guter Letzt natürlich auch Brasilien die WM-Fahrkarte längst in der Tasche.

In allen anderen Kontinentalverbanden beginnt im Herbst die heißeste Phase der WM-Qualifikation. Dann werden die Teams in den letzten Gruppen- und Qualifikationsspielen alles dafür tun, um noch auf den Übersee-Zug Richtung Brasilien aufspringen zu dürfen. Denn eine WM, ist nach alter Fußballweisheit, für jeden Spieler bekanntlich das Größte.