Nach Debakel 2010: Viermaliger Weltmeister Italien will in Brasilien Wiedergutmachung

Der viermalige Weltmeister Italien gehört bei der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien wieder zum Kreis der Titelfavoriten. Bei den Titelquoten der Buchmacher liegt die Squadra Azzurra auf dem fünften Platz, hinter Brasilien, Deutschland, Argentinien und Spanien. Zum Spitzenquartett klafft zwar schon ein deutlicher Abstand, den Weltmeister von 2006 muss man aber immer auf der Rechnung haben.

Südafrika 2010: Italien scheitert als Gruppenletzter in Vorrunde

Die Italiener haben nach dem blamablen Vorrundenaus bei der letzten WM in Südafrika noch etwas gut zu machen. Damals gingen sie als Titelverteidiger an den Start, flogen aber als Gruppenletzter aus dem Turnier. Rein sportlich haben sie sich von diesem Desaster zwischenzeitlich wieder erholt, bei der EM 2012 stießen sie unter ihrem neuen Trainer Cesare Prandelli bis ins Finale vor, mussten sich dort aber den übermächtigen Spaniern geschlagen geben.

Mario Balotelli Euro 2012

Bild: Mario Balotelli bei der EURO 2014 im Finale gegen Spanien. Der Held des Halbfinales gegen Deutschland konnte im Endspiel gegen die übermächtigen Spanier bei der historischen 0:4 Pleite nichts ausrichten. Quelle: wikimedia.org

Seither hatte die Mannschaft praktisch alle festen Größen des Weltfußballs vor der Brust, konnte aber keines ihre Länderspiele gegen Frankreich, England, Brasilien, die Niederlande, Argentinien, Spanien und Deutschland gewinnen. Beim Confed-Cup 2013, der inoffiziellen Generalprobe für die WM in Brasilien, verlor sie in der Vorrunde mit 2:4 gegen den Gastgeber und schied im Halbfinale gegen Spanien aus. Aufgrund dieser Ergebnisse zählen die Italiener lediglich zum erweiterten Kreis der Titelfavoriten. Allerdings neigt die Squadra Azzurra dazu, Spiele außerhalb wichtiger Turniere auf die leichte Schulter zu nehmen, wenn es wirklich um etwas geht, kann sie immer noch eine Schippe drauflegen.

Kritiker halten italienische Mannschaft für überaltert

Der italienische Nationaltrainer Cesare Prandelli wird seit Jahren mit dem Vorwurf konfrontiert, seine Mannschaft sei überaltert und müsse dringend verjüngt werden. Diese Kritik ist nur zum Teil berechtigt, mit Andrea Pirlo (34), Gianluigi Buffon (35), Daniele de Rossi (30) und Giorgio Chiellini (29) sind tatsächlich einige Leistungsträger in die Jahre gekommen, auf der anderen Seite verfügt die Mannschaft aber auch über etliche junge Nachwuchskräfte wie Allessandro Florenzi Lorenzo Insigne und Stephan El Shaarawy. Darüber hinaus steht mit Marco Balotteli die personifizierte jugendliche Wildheit in den eigenen Reihen.

Bei der WM müssen die Italiener zunächst die Todesgruppe D gegen Uruguay, England und Costa Rica überleben, danach ist alles möglich. Prandellis größte Aufgabe wird es sein der Mannschaft den Schlendrian auszutreiben. In dieser Gruppenkonstellation muss sie sofort hellwach sein, sonst droht ein vorzeitiges K.o. wie in Südafrika. Gleich das erste Gruppenspiel gegen England (14. Juni in Manaus) wäre auch eines Halbfinales würdig gewesen. Das letzte Duell mit dem Three Lions ging verloren, trotzdem geht Italien als Favorit in sein erstes Gruppenspiel bei der WM 2014.

Die zweite Partie gegen Costa Rica (20. Juni in Recife) ist eine reine Pflichtübung, wer gegen Costa Rica Punkte liegen lässt, wird es in der Gruppe D ganz schwer haben. Die Entscheidung über den Aufstieg ins Achtelfinale dürfte erst am dritten Gruppenspieltag fallen. Dort geht es gegen Uruguay (24. Juni in Natal) einem der Geheimfavoriten dieser WM. Die Wettanbieter rechnen aufgrund des tropischen Klimas in Brasilien mit einem sehr starken Abschneiden südamerikanischer Mannschaft, davon könnten auch die Urus profitieren.

Italien Favorit in Vorrundengruppe C

Nichtsdestotrotz sind die Italiener auch in diesem Duell die Favoriten, sie werden nach Ansicht der Buchmacher die Gruppe D für sich entscheiden. Dann ginge es im Achtelfinale gegen den Zweiten der Gruppe C, wo Griechenland, Kolumbien, Japan und die Elfenbeinküste um die beiden Aufstiegsplätze kämpfen. Sollte Italien ins Viertelfinale einziehen, könnte es auf Topmannschaften wie Brasilien, Spanien oder die Niederlande treffen, im Halbfinale wäre ein erneutes Duell mit Deutschland möglich.